Peronospora  Plasmopara viticola

 

Krankheitsbild und Schadensausmaß

Die Krankheit wurde 1878 aus Nordamerika nach Europa (Südfrankreich) eingeschleppt.

Ende Mai bis September

  • Nach einer erfolgten Infektion bilden sich nach einiger Zeit der Pilzentwicklung im Blattinnern runde, 2−3 cm große, helle, ölige Flecken auf der Blattoberseite, auf denen blattunterseits ein schneeweißer Pilzrasen entsteht.

  • Stärker befallene Blätter vertrocknen und fallen nach einiger Zeit ab (Blattfallkrankheit).

  • Auf den Gescheinen kann sich ebenfalls ein weißer Pilzrasen bilden - dieser wird bald gelblich, die Gescheine verkrümmen (ähnlich befallenen Triebspitzen und Ranken), verdorren und fallen ab.

  • Junge Beeren und ihr Stielgerüst können gleichermaßen wie die Gescheine geschädigt werden.

  • An älteren Beeren (etwa ab Erbsengröße) vermag der Pilz äußerlich keinen Sporenrasen mehr anzulegen, die Beeren verfärben sich bläulich, später braun und schrumpfen lederfaltenartig ein (Lederbeeren), manchmal ohne abzufallen.

  • Bereits weiche, durchscheinende Beeren (mit Wachsüberzug) können vom Peronosporapilz nicht mehr befallen werden.

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Peronospora – Ölflecken auf der Blattoberseite

Peronospora – Pilzrasen auf der Blattunterseite
Peronosporabefall eines Gescheins
Starker Laubverlust durch Peronosporablattbefall
Traube durch frühen Peronosporabefall geschädigt – junge Beeren vertrocknen

Erbsengroße Beeren vom Peronosporapilz befallen – Beeren färben sich dunkelgrün
in Bearbeitung Beerenbefall – links vom Oidiumpilz überzogen – rechts mit Peronosporaausbruch

Lederbeeren, verursacht durch Peronosporabefall
Im abgefallenen Laub überdauert der Peronosporapilz mehrere Jahre

 

Durch Peronosporabefall kann es, wenn bei anhaltend feuchter Witterung die Rebe nicht rechtzeitig mit Fungiziden geschützt wird, zu sehr starkem Blatt- und Traubenbefall und damit zu schweren Ertragseinbußen kommen. Früher Blattverlust schwächt die Reben, führt zu einer schlechten Holzreife und erhöht damit die Winterfrostempfindlichkeit.

Lebensweise

Winter

Der Pilz überwintert in Form von Dauersporen in abgefallenen Rebblättern.

 

Frühjahr (Zweite Maihälfte oder später)

Aus den Dauersporen (so genannten Oosporen) entwickeln sich im Frühjahr die ersten Keimbehälter (Primärsporangien) mit den Wintersporen. Der Reifevorgang wird von der Temperatur, vor allem aber von den Niederschlägen beeinflusst. Je feuchter die Monate März und April, desto früher und je trockener diese Monate, umso später ist die Reifung der Oospore möglich.

Hochsprungwettbewerb der Winterzoosporen.

Je geringer der Abstand zwischen Boden und dem ersten Rebblatt ist, desto leichter kann eine Primärinfektion stattfinden. Bei einer Hochkultur ist das Infektionsrisiko für junge Blätter verringert.

Quelle: SPIGHI

Keimende Winterspore (nach GÄUMANN) − 1 = Dauerspore (so genannte Oospore), 2 = Primärsporangium (Keimbehälter), 3 = Zoospore (Spore mit Fortbewegungsorganen)

 

Voraussetzungen für die Primärinfektion (= Erstinfektion) sind

  • reife Primärsporangien an den Oosporen

  • heftiger Regen (5−10 mm innerhalb von 2–3 Tagen) zur Durchnässung des Falllaubes und Übertragung (großtropfiger Starkregen mit ausreichender Spritzhöhe mit Wind) der Zoosporen - je höher das Erziehungssystem, umso schwieriger und später kann eine Erstinfektion erfolgen

  • genügend lange Blattnässe (4–6 Stunden) in Verbindung mit ausreichend hoher Temperatur (mindestens 10° C über 24 Stunden)

  • anfällige Rebteile, d. h. junge, grüne Organe mit offenen Spaltöffnungen (2–3 Blätter entfaltet, 10 cm lange grüne Triebe). Gescheine sind besonders anfällig (trocknen auch langsam ab); daher kann ein Gescheinsbefall durch eine Primärinfektion auftreten, ohne dass vorher ein Blattbefall zu beobachten war.

Zoosporen, die auf der Unterseite eines nassen Rebblattes oder auf einen anderen grünen Rebteil landen, schwimmen aktiv mit Hilfe zweier Fortbewegungsorgane (so genannten Geißeln) sofort in Richtung der nächsten Atmungsöffnung. Sobald sie diese erreicht haben (die Schwärmzeit dauert wenige Minuten bis zu einem Tag), verlieren sie die Geißeln, kapseln sich ein und senden anschließend einen Keimschlauch ins Innere der Atmungshöhle. Sobald der  Pilzfaden mit Hilfe spezieller Saugorgane im Stande ist sich aus den Zellen des Rebblattes zu ernähren, ist er von der Blattnässe unabhängig und kann so auch bei trockenem Wetter ungehindert seine Entwicklung fortsetzen.

Primärinfektionen finden nur in einer geringen Anzahl (meist auf bodennahen Blättern) statt. Ein wirtschaftlicher Schaden entsteht nur in Ausnahmefällen. Sie ist aber die Voraussetzung für weitere Sekundärinfektionen. Diese können eine weit größere Menge an Zoosporen freisetzen, wenn entsprechende Bedingungen für die Entwicklung gegeben sind.

Ausstöße von Zoosporen aus den Primärsporangien können im Frühjahr und Frühsommer öfter stattfinden. Allerdings haben spätere Primärinfektionen, sobald gleichzeitig auch Sekundärinfektionen möglich sind, wegen ihrer geringen Zahl an beteiligten Zoosporen keine praktische Bedeutung mehr.

Entwicklingskreislauf des Peronosporapilzes

 

Sekundärinfektionen sind möglich wenn:

  • Infektionsfähige Sporangien bzw. Zoosporen vorhanden sind.

  • Bei durchgehender Benetzung der Blattunterseite mit tropfbar flüssigem Wasser (durch Regen oder Tau) in der eine Temperatursumme von 50 Gradstunden erreicht wird.

Anfällige Rebteile (junge Blätter ab 2 cm Durchmesser, Triebspitzen, Geiztriebe, Ranken, Gescheine, junge Beeren bis zur Erbsengröße und ihr Stielgerüst) vorhanden sind. Ältere Blätter sind für den Pilz wenig attraktiv - reifende Beeren sind ab Weichwerden bzw. Färben nicht mehr direkt befallbar, da die Spaltöffnungen bereits verkorkt sind.

 

Keimung von Zoosporen am Rande einer Spaltöffnung (nach GOIDANACH) Pilzfäden durchdringen das Zellgewebe (nach GOIDANACH)

 

Infektionstabelle für Peronospora (nach BLAESER)

Temperatur °C

Nässedauer in Stunden

(jeweils 50 % der Blätter im Versuch infiziert)

6

7

8

9

10

11

12−13

14−15

16

17−21

22−25

9

8,5

6,5

6

5,5

5

4

3,5

3

2,5

2

 

Für den Infektionsvorgang besteht eine konkrete Beziehung von Temperatur und Blattnässedauer, die als Temperatursumme (Produkt aus Temperatur und Blattnässedauer in Stunden) ausgedrückt werden kann. Für eine Infektion ist eine Temperatursumme (nach BLAESER) von mindestens 50 Gradstunden (bei älteren Sporangien >100 Gradstunden) notwendig. Je höher die Temperatur ist, desto kürzer kann die Blattnässedauer sein; massive Infektion und starke Ausbreitung setzt großtropfigen Regen mit starkem Wind voraus.

Infektionen sind sowohl nachts als auch bei vollem Tageslicht möglich; optimale Vermehrungsbedingungen für den Pilz sind gegeben, wenn einem nächtlichen Ausbruch ein warmer Regentag folgt oder eine dichte Laubmasse erst am späten Vormittag abtrocknet.

Inkubationszeit

Die Zeitspanne zwischen dem Beginn der Infektion (Eindringen des Pilzfadens) bis zum Sichtbarwerden der ersten Befallszeichen an der Rebe, den Ölflecken, nennt man Inkubationszeit. Während dieser Zeitspanne, die je nach Temperatur in der Praxis rund 1−2 Wochen dauert, breiten sich die Pilzfäden zwischen den Blattzellen aus und entziehen über ihre Saugorgane den Zellen die notwendigen Nährstoffe. Weitgehend ihres Blattgrüns beraubte Zellverbände von 2–3 cm Durchmesser werden nach einigen Tagen durchscheinend gelblich grün (so genannte Ölflecken). Form, Größe und Erscheinungstermin der Ölflecken hängen von verschiedenen Faktoren ab: von der Witterung, der Rebsorte und vom Alter des Blattes.

Die Inkubationszeit wird mit dem Inkubationskalender und der daraus abgeleitete Inkubationszeitfaktor-Tabelle bestimmt oder aus der grafischen Darstellung abgelesen. Peronosporaprognosemodelle verwenden zur Berechnung der Inkubationszeit diese Tabellen.

Inkubationsreifezeitfaktor (abgleitet aus der Inkubationszeitkurve nach MÜLLER und SLEUMER)

Tagesdurch-

schnittstemperatur

Inkubationsreifezeitfaktor

13° C

14° C

15° C

16° C

17° C

18° C

19° C

20° C

21° C

22° C

23° C

24° C

25° C

9

10

11

13

14

16

18

20

21

24

25

25

25

 

Beispiel für die Berechnung der Inkubationszeit mittels Inkubationsreifezeitfaktor (Quelle: G. HILL, Oppenheim)

Datum

Tage nach der Infektion

Tagesmittel der Temperatur

Inkubationsreifezeitfaktor lt. Tabelle

Summe (Aufsummierung auf 100)

12. Juni

13. Juni

14. Juni

15. Juni

16. Juni

17. Juni

1

2

3

4

5

6

15° C

19° C

23° C

20° C

19° C

21° C

11

18(+11)

25(+29)

20(+54)

18(+74)

21(+92)

11

29

54

74

92

113

Vom 17. Juni an, also bereits 6 Tage nach der Infektion, wäre bei entsprechenden Sporulationsbedingungen ein Ausbruch möglich.

 

Inkubationszeit in Tagen an jungen Blättern – ältere Blätter haben eine bis zu zweimal längere Inkubationszeit (nach MÜLLER)

Die Inkubationszeit kann sich bei ungünstigen Bedingungen beträchtlich verzögern - herrscht nach Ablauf der Inkubationszeit trockenes oder zu kaltes Wetter, so bleibt der Pilz im Inneren der Rebe und bricht erst hervor, wenn nachts die Reben nass sind und die Temperatur über 12,5° C bleibt.

An jungen Blättern erscheint der Ölfleck früher, an älteren Blättern zeigen sich kleinere, eckige, von den Blattadern abgegrenzte Flecken (= Mosaikflecken).

Ausbruch der Sommersporangien (Sporulation)

Ausbruch (Sporulation) – (nach GÄUMANN)

 

Aus dem auf der Blattoberseite sichtbaren Ölfleck erscheint - sobald die erforderlichen äußeren Bedingungen erfüllt sind - auf der Blattunterseite ein Pilzrasen. Die wichtigsten Voraussetzungen für die Bildung der Sporangienträger und Sporangien (Sporenbehälter), dem so genannten Ausbruch (Sporulation) sind (nach BLAESER, u. a.):

  • Vorhandensein von Ölflecken (bei sehr günstigen Bedingungen für die Peronospora (dunkel - feucht - warm) kann der Pilzrasen ohne vorheriges Erscheinen von Ölflecken ausbrechen)

  • eine ununterbrochene Blattnässedauer auf der Blattunterseite  bzw. 98 % relative Luftfeuchte im Bestand von mindestens 4 Stunden wird die Nässeperiode für nur 20 Minuten unterbrochen, so sind bei erneuter Benetzung wiederum 4 Stunden Nässe erforderlich

  • während der Nacht (zwischen 22 und 4 Uhr) und gleichzeitig eine

  • Temperatur von mindestens 13° C (zu Blattnässebeginn mindestens 12,5° C und bei Ende der Dunkelphase mindestens 11° C

Nach Ablauf der Inkubationszeit findet nicht automatisch der Ausbruch statt, sondern erst dann, wenn entsprechende Ausbruchbedingungen gegeben sind und eine Infektion findet erst wiederum dann statt, wenn auch dafür entsprechende Witterungsbedingungen vorliegen (Blattnässe, Temperatursumme).

Bei günstigen Bedingungen entwickelt sich der Pilzrasen in 10–12 Stunden. Erst nach Differenzierung der Zoosporen im Innern der Sporangien sind sie infektionsfähig.

Unter sehr trockenen Bedingungen kann zwischen dem Erscheinen der Ölflecken und dem des Pilzrasens eine unterschiedliche Zeitspanne liegen. Ölflecken, die lange Zeit (mehr als 10 Tage) keine günstigen Bedingungen finden, um den Pilzrasen zu entwickeln, verlieren allmählich an Vitalität. Bei feuchter Witterung hingegen bleiben sie sehr lange produktiv. Auch nach wiederholten, unmittelbar aufeinander folgenden Sporulationen behalten reife Ölflecken ein beachtliches Sporulationspotenzial.

Folgt nach dem erfolgreichen Ausbruch eine längere Trockenheit, dann verlieren die Sporangien an Lebensfähigkeit. Hohe Temperaturen und niedrige Luftfeuchtigkeit verkürzen die Lebensdauer erheblich. Bei Temperaturen um 10–15° C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von ca. 70 %, bleiben die Sporangien am Pilzrasen ca. 10 Tage infektionsfähig. Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto länger ist die Lebensdauer der Sporangien. Am Tag nach dem Ausbruch werden bereits nach 30 Minuten Zoosporen freigesetzt. Am nächsten Tag sind dafür bereits 80 Minuten und am 4. Tag werden die ersten Zoosporen erst nach drei Stunden entlassen. Ältere Sporangien benötigen wesentlich längere Blattnässezeiten, um Infektionen auslösen zu können (Temperatur x Blattnässe >100). Am 7. Tag werden erst nach einer 24 Stunden langen Blattnässeperiode infektionsfähige Zoosporen freigesetzt. Temperaturen über 30° C (mindestens 6 Stunden lang) töten fast alle gebildeten Sporangien ab. Das Pilzmyzel bleibt erhalten und kann neuerlich einen Pilzrasen bilden, wenn die entsprechenden Bedingungen für eine Sporulation gegeben sind. 

Peronospora kann sich nur unter äußerst günstigen Bedingungen schlagartig über eine größere Entfernung ausbreiten. In der Regel baut sich ein Befall nur stufenweise von einer Infektion zur nächsten auf, so dass die zunehmende Gefahr rechtzeitig erkannt werden kann.

Befallshäufigkeit bei Infektionen von Blattscheiben unter Laborbedingungen (17−22° C/ bei 30−70 % Luftfeuchte) – (W. K. KAST, Weinsberg)       
Sporangienschlupf in Abhängigkeit vom Sporangienalter unter kontrollierten Bedingungen (22° C/ca. 30 % Luftfeuchte und 17° C/ca. 70 % Luftfeuchte). W. K. KAST, Weinsberg.     

 

Bei anhaltender warmer und feuchter Witterung kann sich die Krankheit sehr stark ausbreiten. Die Befallsstärke ist auch in hohem Maße vom Blattalter abhängig. Alte Blätter besitzen eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen einen Peronosporabefall als junge Blätter. Bei Spätbefall beginnen die Blätter zu vertrocknen, ohne dass ein Ölfleck mit Pilzrasen sichtbar wird.

Behandlungsmaßnahmen

Vorbeugende Maßnahmen

  • hohe und weiträumige Erziehung vermindert die Infektionsgefahr beträchtlich

  • rechtzeitige Durchführung der Laubarbeiten

  • mäßige Stickstoffdüngung

Die Anfälligkeit der Rebe gegen Peronosporabefall ist abhängig von

  • Alter der Reborgane

  • Stickstoffgehalt der Blätter

  • Rebsorte, Rebenart

  • Lage, Exposition, Luftbewegung

  • Dichte des Bestandes

  • Erziehungsart (niedrige Erziehungsarten, Junganlagen und Rebschulen sind besonders gefährdet)

Chemische Maßnahmen

Wo möglich sollen vor der Durchführung von chemischen Bekämpfungsmaßnahmen Warndiensteinrichtungen in Anspruch genommen werden – diese sind eine Hilfestellung bei der Durchführung von gezielten Behandlungen.

Schematische Darstellung des Entwicklungsablaufes vom Peronosporapilz - Einsatzzeitpunkte von Peronosporabehandlungsmitteln

 

Mai – Anfang Juni

 

Niederschlagsarme Gebiete – geringer Befallsdruck

  • Auf Hinweise des Warndienstes achten!

  • Die Erstinfektion findet nur in geringer Anzahl auf bodennahen Trieben statt. Daher sollten diese Triebe frühzeitig entfernt werden. Achtung: In frostgeschädigten Weingärten darf das Ausbrechen der Triebe nicht zu früh durchgeführt werden (erhöhte Peronosporagefahr in diesen Anlagen beachten!).

  • Eine chemische Bekämpfung der Primärinfektion ist nicht notwendig. Ausnahmen: niedrige Erziehungsarten, Junganlagen und Rebschulen. Sie sind gefährdeter und bedürfen einer rechtzeitigen chemischen Bekämpfung.

  • Eine bedarfsgerechte Stickstoffdüngung vermindert die Peronosporagefahr.

 

Niederschlagreiche Gebiete mit hohem Befallsdruck

 

In niederschlagsreichen Gebieten können Erstinfektionen schon frühzeitig auftreten und die Krankheitsentwicklung entscheidend beeinflussen (Warndiensthinweise beachten!). Deshalb sind in diesen Gebieten frühe chemische Behandlungen zu empfehlen. Bei starkem Triebwachstum sollten systemische Fungizide eingesetzt werden, damit der Neuzuwachs ausreichend geschützt ist.

 

Juni bis August

  • Zu Blütebeginn und wenn ca. 80 % der Blütenkäppchen abgeworfen sind, vorbeugende Peronosporabehandlungen durchführen - junge Beeren sind sehr anfällig! Bei feuchtwarmer Witterung und Vorhandensein von Ölflecken sollten die Behandlungen fortgeführt werden. Warnhinweise der Rebschutzgebietsleitungen beachten!

  • Während längerer Trockenperioden ist keine Peronosporabehandlung erforderlich (Odiumgefahr beachten!).

 

Mitte bis Ende August

  • Um die Reintönigkeit der Weine zu fördern, wird für die Abschlussbehandlung der Einsatz eines kupferhältigen Mittels empfohlen.

  • Bei starkem Auftreten von Spätperonospora kann die Wirkung von Kontaktfungiziden unzureichend sein. In diesem Fall sollte ein teilsystemisches Fungizid eingesetzt werden.

 

Wirkungsdauer der Peronosporamittel

 

Je nach Vegetationszeit und Witterung beträgt die durchschnittliche Wirkungsdauer für vorbeugend und teilsystemisch wirkende Fungizide 10–14 Tage. Die Wirkungsdauer der systemischen Mittel ist produktabhängig sehr unterschiedlich (Hinweise der Mittelbeschreibung beachten). Der Spritzabstand sollte generell dem Infektionsdruck und dem Triebwachstum der Reben angepasst werden.

 

Prognose

Peronospora-Warngeräte können theoretische Entwicklungsbedingungen des Pilzes anzeigen. Dadurch können Pflanzenschutzbehandlungen gezielt und damit sparsamer durchgeführt werden. Die Beziehungen zwischen Witterung und der Pilzentwicklung erlauben es, den Verlauf der Krankheit zu ermitteln. Elektronische Wetterstationen registrieren und verarbeiten diese Daten. Damit können Informationen über die Dauer der Inkubationszeit, voraussichtliche Ausbruchstermine und Infektionsbedingungen gewonnen werden.

Für den Praktiker ist es unerlässlich, neben den Warnmeldungen auch seine eigenen Weingartenbeobachtungen in die Entscheidung zur Durchführung einer Bekämpfungsmaßnahme mit einzubeziehen. Bei der Durchführung von Behandlungsmaßnahmen sind die Zusatzwirkungen von Peronosporabekämpfungsmitteln (Botrytis, Roter Brenner, Phomopsis, Schwarzfäule) zu berücksichtigen. Der Einsatzzeitpunkt dieser Mittel gegen Roten Brenner und Phomopsis ist früher.

 

Zeitraum von Behandlungsmaßnahmen gegen Peronospora, Roter Brenner, Phomopsis und Schwarzfäule

 

        
Quelle: "Weinbau", Karl BAUER, 7. Auflage 2002, © AV-Verlag, 2335 Leopoldsdorf www.agrarverlag.at