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Einbindiger Traubenwickler Eupoecilia ambiguella
Bekreuzter Traubenwickler Lobesia botrana
Beide Traubenwicklerarten schädigen meist in einer Mischpopulation, und zwar in der Regel in zwei Generationen (als Heu- bzw. Sauerwurm bezeichnet) pro Jahr.
Schadensbild und Befallsauswirkungen
Ende Mai bis Ende Juni
Erste Generation (Heuwurm)
Ende Juli bis Anfang August
Zweite Generation (Sauerwurm)
September
Dritte Generation (Süßwurm)
Winter
Anfang - Ende Mai
Vorbeugende Maßnahmen
Biotechnische Maßnahme
Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz der Verwirrtechnik:
Direkte Bekämpfungsmaßnahmen
Warndienst – Traubenwicklerprognose
Mit Kleinkäfigen wird der Mottenflug, die Eiablage und der Raupenschlupf beobachtet. Diese Kleinkäfigmethode ist zwar aufwendig, die Ergebnisse entsprechen der Entwicklung in den Weingarten eines größeren Anbaugebietes. Die Methode ist gut geeignet zur Terminisierung der Traubenwicklerbekämpfungsmittel und wird beim Traubenwicklerwarndienst eingesetzt. Die Ergebnisse werden über die Warndiensteinrichtungen verbreitet und im Internet veröffentlicht. Die Ergebnisse stehen allen Weinhauern kostenlos zu Verfügung. Eine eigene Anmeldung (für FAX, E-Mail oder SMS Information) ist notwendig.
Lokale Fangfallen (Pheromonfallen) verbessern bzw. optimieren die Behandlungsmaßnahmen. Mit Pheromonfallen werden nur männliche Falter gefangen, der Flugbeginn stimmt mit dem Eiablagebeginn nicht überein (Behandlungsmaßnahmen werden meist zu früh gesetzt). Exakte Prognosen können nur durch Feststellung des Beginns der Eiablage bzw. Schlupfzeit der Räupchen in Beobachtungskäfigen gemacht werden. Pheromonfallen geben Auskunft über das Vorhandensein von Einbindigen bzw. Bekreuzten Traubenwicklern in einem Gebiet bzw. in einer Lage. Die Anzahl der gefangenen männlichen Falter gibt nur einen groben Hinweis auf die zu erwartende Traubenwicklergeneration.
Ende Mai bis Anfang Juni
Der Blütenverlust durch die Fraßtätigkeit des Heuwurmes wird oft überbewertet (Ausdünnungseffekt). Erst wenn in jedem Geschein durchschnittlich mehr als 1–2 Gespinste vorhanden sind, beginnt der Kompensationseffekt immer weniger auszureichen und der Verlust kann nicht mehr durch ein höheres Einzelbeerengewicht an den verbleibenden Traubenteilen ausgeglichen werden. Nur in Gebieten und Lagen, wo der Traubenwickler erfahrungsgemäß stark auftritt, ist eine Bekämpfung erforderlich.
Juli bis Mitte August Schadensschwelle: ca. 4 Raupen/100 Trauben Diese Behandlung ist wesentlich wichtiger, da durch den Befall starke Folgeschäden (Botrytis) eintreten können. Die Sommerwitterung und Nützlinge können jedoch die Eianzahl und die jungen Räupchen stark vermindern. Eine Behandlung (nach Warnmeldung) ist bei der Sauerwurmbehandlung angebracht. Je nach Witterungsverlauf und Eiablage bzw. Raupenschlupf sind, in Abhängigkeit vom eingesetzten Pflanzenschutzmittel, 1–3 Behandlungen notwendig.
In Gebieten, wo der Bekreuzte Traubenwickler auftritt, kann in warmen Jahren in klimatisch begünstigten Gebieten eine dritte Generation auftreten.
Durch das verstärkte Auftreten des "Bekreuzten Traubenwicklers" wird die Bekämpfung erschwert, da dieser höhere Temperaturen besser verträgt und über eine längere Zeit fliegt bzw. Eier ablegt. Aus diesem Grund sind für eine ausreichende Bekämpfung meist zwei (drei) Behandlungen je Generation notwendig.
Ovizide Spritzfolge (=auf die Eiablage wirkend)
Zu Beginn der Eiablage erfolgt eine 1. Behandlung. Hält die Eiablageaktivität an (besonders bei Verzögerungen durch kühlere Witterungsbedingungen), so ist eine weitere Behandlung nach spätestens 14 Tagen durchzuführen. Erfolgt die erste Behandlung nach Eiablagebeginn, so werden die bereits abgelegten Eier nicht mehr erfasst (Eier werden mit einer vor Umwelteinflüssen schützenden Sekretschicht überzogen). Dieses Präparat wirkt auf die Traubenwicklereier, bei sachgerechter Anwendung sterben die Eier ab, die Entwicklung zur Raupe wird dadurch verhindert.
Abb. Einbindiger Traubenwickler, 1. Generation 2000 in Retz
Abb. Bekreuzter Traubenwickler, 2. Generation 2000 in Rust
Larvizide Spritzfolge (=auf die frisch geschlüpften Räupchen wirkend)
Diese Präparate wirken auf die jungen frisch geschlüpften Traubenwicklerraupen, bei sachgerechter Anwendung stellen die Raupen nach einem kurzen Fraß die Fraßtätigkeit ein und sterben in Folge der Nahrungs- bzw. Kontaktgiftwirkung ab. Zu Beginn des Raupenschlupfs erfolgt eine 1. Behandlung mit einem Präparate. Je nach Wirkungsdauer der Präparate sind ein bis zwei weitere Behandlungen bei anhaltendem Raupenschlupf notwendig. Ein Wirkstoffwechsel zwischen den einzelnen Spritzungen ist möglich und aus Gründen eines Antiresistenzmanagements auch sinnvoll.
Abb. Einbindiger Traubenwickler, 1. Generation 2000 in Retz
Abb. Bekreuzter Traubenwickler, 2. Generation 2000 in Rust
Ist die Kombination eines larviziden Präparates mit einem oviziden Pflanzenschutzmittel.
Zu Beginn
des Raupenschlupfs erfolgt eine einzige gezielte Behandlung mit einer
der oben angeführten Mischungen. Die ab diesem Zeitpunkt aus den
bereits abgelegten Eiern schlüpfenden Raupen werden von der larviziden
Komponente, die zu diesem Zeitpunkt noch anhaltende Eiablage von der
oviziden Komponente dieser Behandlung erfasst. Diese Maßnahme eignet
sich besonders zur Bekämpfung der 2. Traubenwicklergeneration. Die in
der Regel wärmeren Temperaturen zu diesem Zeitpunkt führen zu einem
rascheren Ablauf der Traubenwicklerentwicklung, die einzelnen
Präparate verfügen dadurch über eine ausreichende Wirkungsdauer.
Diese
Mischung wirkt auf die jungen frisch geschlüpften Traubenwicklerraupen
einerseits und auf die ab diesem Zeitpunkt noch abgelegten Eier
andererseits.
Abb. Einbindiger Traubenwickler, 1. Generation 2000 in Retz
Abb. Bekreuzter Traubenwickler, 2. Generation 2000 in Rust
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