Kurztriebigkeit

kurztriebigkeit_neuburger_01_505px

Seit Ende des vorigen Jahrhunderts tritt die Kurztriebigkeit auf und verursacht besonders bei der Sorte Neuburger starke Schäden. Ein Auftreten bei anderen Sorten wurde bereits festgestellt. Schäden sind sowohl in älteren als auch in  jüngeren Anlagen auf verschiedenen Unterlagen  verschiedenster Herkunft zu finden.

Der Austrieb erfolgt langsamer und der Trieb entwickelt nur kurze Internodien mit einem Zickzack-Wuchs. Es entsteht ein gestauchter, buschiger Triebwuchs mit kleineren Blättern und Trauben. Die Symptome sind dem Bormangel ähnlich. Cirka ab der Rebblüte normalisiert sich das Triebwachstum, wenn der Rebstock nicht schon über mehere Jahre geschwächt wurde. Über mehrere Jahre geschwächte Stöcke können absterben. Häufig ist ein herdweises Auftreten im Weingarten festzustellen. Besonders betroffen ist die Sorte Neuburger – aber die Schäden treten auch bei Riesling, Traminer, Weißer Burgunder und St. Laurent auf.

kurztriebigkeit_neuburger_03_505px zickzackförmigr Wuchs der Triebe bis zur Blüte


kurztriebigkeit_neuburger_02_505px Rückgang von Stöcken über mehrere Jahre (Neuburger)

Foto: Karl Bauer, Krems

kurztriebigkeit_neuburger_04_505px Triebspitze

Foto: Karl Bauer, Krems

kurztriebigkeit_neuburger_05_505px Triebspitze

Foto: Karl Bauer, Krems

Ursache(n)

Ursache(n) für diese Erscheinung sind noch nicht bekannt (Boden und Pflanzenanalysen sowie Virusuntersuchungen zeigen keinen Unterschied zwischen gesunden und erkrankten Reben). Alle bis jetzt bekannten Schadensverursacher konnten ausgeschieden werden.

Verhinderung

  • Gegenmaßnahmen sind noch keine bekannt.
    Edelreiser nur von gesunden Rebstöcken entnehmen.

Quelle: „Weinbau“, Karl Bauer und Mitarbeiter, 8. Auflage 2008, Österreichischer Agrarverlag, Wien, ISBN 978-3-7040-2284-4