Kurztriebigkeit

Seit Ende des vorigen Jahrhunderts tritt die Kurztriebigkeit auf und verursacht besonders bei der Sorte Neuburger starke Schäden. Ein Auftreten bei anderen Sorten wurde bereits festgestellt. Schäden sind sowohl in älteren als auch in jüngeren Anlagen auf verschiedenen Unterlagen verschiedenster Herkunft zu finden.
Der Austrieb erfolgt langsamer und der Trieb entwickelt nur kurze Internodien mit einem Zickzack-Wuchs. Es entsteht ein gestauchter, buschiger Triebwuchs mit kleineren Blättern und Trauben. Die Symptome sind dem Bormangel ähnlich. Cirka ab der Rebblüte normalisiert sich das Triebwachstum, wenn der Rebstock nicht schon über mehere Jahre geschwächt wurde. Über mehrere Jahre geschwächte Stöcke können absterben. Häufig ist ein herdweises Auftreten im Weingarten festzustellen. Besonders betroffen ist die Sorte Neuburger – aber die Schäden treten auch bei Riesling, Traminer, Weißer Burgunder und St. Laurent auf.
zickzackförmigr Wuchs der Triebe bis zur Blüte
Rückgang von Stöcken über mehrere Jahre (Neuburger)
Foto: Karl Bauer, Krems
Foto: Karl Bauer, Krems
Foto: Karl Bauer, Krems
Ursache(n)
Ursache(n) für diese Erscheinung sind noch nicht bekannt (Boden und Pflanzenanalysen sowie Virusuntersuchungen zeigen keinen Unterschied zwischen gesunden und erkrankten Reben). Alle bis jetzt bekannten Schadensverursacher konnten ausgeschieden werden.
Verhinderung
- Gegenmaßnahmen sind noch keine bekannt.
Edelreiser nur von gesunden Rebstöcken entnehmen.
Quelle: „Weinbau“, Karl Bauer und Mitarbeiter, 8. Auflage 2008, Österreichischer Agrarverlag, Wien, ISBN 978-3-7040-2284-4
Kurztriebigkeit