Frostschäden bei der Rebe

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Von Frost geschädigte Holzbrücke eines einjährigen Triebes.

Frostschäden treten vor allem bei frühem Frost im Herbst oder spätem Frost im Frühling auf. Je nach Jahreszeit spricht man im Herbst von Frühfrost, im Winter von Winterfrost und im Frühjahr von Spätfrost.

Frühfrostschäden

Grüne Rebteile erfrieren bei Temperaturen knapp unter 0° C (es gibt Sortenunterschiede). Blätter verfärben sich rötlich-braun und rollen sich ein. Es kommt zu einem vorzeitigen Blattfall. Beeren verfärben sich rotbraun und bekommen einen Frostgeschmack. Schäden entstehen häufig in Kaltluftstaulagen.

fruefrostblattschaden505px Frühfrost - Grüner Veltliner

Winterfrostschäden

Für das Ausmaß der Stärke der Schädigung ist nicht nur die Tiefe der Temperatur, sondern auch der Witterungsverlauf vor und nach der Kälteeinwirkung, der Zeitpunkt des Frostauftretens, die Abkühlungsrate, Frostdauer, Auftaugeschwindigkeit, Bodenbeschaffenheit und der ernährungs- und entwicklungsphysiologische Zustand der Rebe entscheidend. Die kritische Temperatur liegt in der Regel für gut verholzte Reben bei -15 bis -20° C. Bei gut verholzten Reben liegt die kritische Temperatur bei -15 bis -20° C. Grüne Rebteile erfrieren bereits bei -2° C. Winterfrostschäden werden von den Sorten unterschiedlich vertragen.

Augenschäden

Total erfrorene Augen treiben im Frühjahr nicht an (bleiben sitzen) - im Innern der Augen sind alle Organe schwarz gefärbt.

 

augelaegsfrost Ein von Winterfrost geschädigtes Auge.

Kambialschäden sind meist nur durch Anschnitt zu erkennen - Bast- und Kambialgewebe ist bei Schädigung grau- bis schwarzbraun verfärbt

 

frostscheinjtrieb Anschnitt eines gesunden (oben) und eines geschädigten einjährigen Triebes (unten)
kambiumschaden505px Abgestorbenes Kambium und Bastgewebe eines einjährigen Triebes

Schäden im alten Holz lassen sich erst nach Austrocknung des Stammes (oder des Kordons) durch Aufspringen des Holzes feststellen. Teilgeschädigte Rebstöcke treiben im Frühjahr oft noch normal aus. In der Zeit des stärksten Wachstums (und Wasserbedarfs) sterben solche Stöcke durch Schlagtreffen (Apoplexie) plötzlich ab.

 

frostriss_stamm Der erfrorener Stamm trocknet im Frühjahr aus und springt auf.

 

stammquschfrost_2 frostgeschädigtes mehrjähriges Holz

 

stockfrostsch Geschädigter Stock treibt an der Basis des Stammes aus.
frostsch_a_blaetter Bei von Winterfrost teilgeschädigten Augen kann es zu untypischen Blattentwicklung der ersten Blätter kommen.

Feststellung der Augenschäden

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Durch Vortreiben von Einzelaugensteckling (in Styroporplatten durchgesteckt und in Wasser schwimmend) kann man den Augenausfall feststellen. Ein Ausfall von über 30 % erfordert einen stärkeren Anschnitt, um einen Ertragsausfall etwas auszugleichen.

Verhütungsmaßnahmen

  • Frostlagen für Rebanlagen meiden.
  • Frostempfindlichkeit der Sorten bei der Sortenwahl berücksichtigen.
  • Belassung von Frostreserven.
  • Boden offen halten.
  • Vorhandene Begrünung stark einkürzen.
  • Im Herbst Anhäufeln der Reben in Junganlagen.
  • Eine direkte Frostabwehr wird aus technischen (Geländeheizung, Aufhängen von Strohhüllen oder Kunststoffmatten, Verbrennen von stark rauchendem, feuchtem Material (Räuchern), Luftdurchmischung mit leistungsfähigen Ventilatoren) und wirtschaftlichen Gründen kaum durchgeführt.
  • Eine Frostschutzberegnung ist erst dann möglich, wenn die Blätter der jungen Triebe ausgebreitet sind.

Spätfrostschäden

Bereits sichtbare Blätter bzw. Triebteile werden schlaff, bald jedoch braun und vertrocknen. Gerade austreibende Knospen sind innen dunkelbraun und treiben nicht aus.

 

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Foto: K. Bauer, Krems
geschädigter junger Trieb

 

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Foto: Karl Bauer, Krems
Heizofen zur Bekämpfung von Spätfrösten (Neuseeland).
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Foto: Karl Bauer, Krems
Bewindung von spätfrostgefährdeten Lagen mit Propeller (Neuseeland).

Durch die Luftmassendurchmischung ist ein Frostschutz bis -1,5° C möglich. Häufige Anwendung in Neuseeland und Kalifornien. Am Bild ist im Herbst der Weingarten gegen Vogelschäden eingenetzt.

Schnitt erst nach der Hauptfrostperiode, da ungeschnittene Reben widerstandsfähiger sind.

Quelle: „Weinbau“, Karl Bauer und Mitarbeiter, 8. Auflage 2008, österreichischer Agrarverlag, Wien, ISBN 978-3-7040-2284-4